Yogafortbildung an der Nordsee

Im Rahmen unserer Aktion „NAMASTE – mit Yoga in den Sommer“ haben wir uns als WG und als TänzerInnen der SZENE 2WEI entschieden, eine Yogafortbildung an der Nordsee zu machen. In der Woche nach der Fortbildung ist, in gemeinschaftlicher Arbeit der SZENE 2WEI-TänzerInnen und Nadine, ein Bericht aus der Perspektive der SZENE 2WEI-TänzerInnen entstanden. Er bietet euch die Chance, einen tieferen Einblick in den Alltag eines Tänzers zu gewinnen und zu sehen, was für Fähigkeiten wir als TänzerInnen benötigen und wie diese durch die Fortbildung gefördert wurden.

Die Fortbildung fand vom 12. bis zum 17.Juli in einem Ashram, einem yogischen Kloster, an der Nordsee statt. In den Yoga-Vidya-Häusern wird die Yogarichtung praktiziert, die in den 70ern von Swami Vishnudevanda, dem Schüler von Swami Sivananda, in den Westen gebracht wurde. Swami Sivananda, der Begründer dieses Yogastils, war Arzt und hat die Körperpositionen aus dem Yoga so aneinandergereiht, dass es aus anatomischer Sicht am Effektivsten und am Wohltuendsten für den Körper ist.

Unter Yoga versteht man jedoch nicht nur die Körperstellungen (Asanas). Yoga in der Sivananda-Tradition besteht aus sechs Bereichen: Körperstellungen (Asanas), yogische Ernährung (Hitahara), Meditation (Dhyana), Entspannung (Savasana), positives Denken (Vedanta) und Atemübungen (Pranayama). Viele der Bereiche spielen schon lange eine wichtige Rolle in unserem SZENE 2WEI-Alltag. Wir haben uns für die Yogafortbildung entschieden, um unser Wissen zu vertiefen und unsere Anwendungsmöglichkeiten zu erweitern. Auch in der kommenden Probenphase der KALA trilogie (unserer aktuellen Produktion) wird das Erlernte zum Einsatz kommen.

Yoga schult unser Wahrnehmungs- und Beobachtungspotenzial. Es verhilft zu einem besseren Körperbewusstsein, was für uns als Tänzer und für unsere Weiterentwicklung unabdingbar ist. Vor Aufführungen führen wir regelmäßig Atemübungen durch. Sie helfen uns, uns zu entspannen und mit Lampenfieber umzugehen. Viele Körperstellungen aus dem Yoga sind Teil unseres Warm-ups in Trainingseinheiten oder vor Aufführungen. Die Fokussierung während des Meditierens fördert bei regelmäßiger Praxis die Konzentration und die Aufnahmefähigkeit und sorgt für Klarheit in unseren Köpfen. Für uns als Tänzer sind das sehr wichtige Eigenschaften. Probenphasen enthalten oft sehr viel Input, der nur bei voller Konzentration und geistiger Klarheit aufgenommen und umgesetzt werden kann. Da wir immer wieder Phasen haben, in denen sehr viel passiert, und wir häufig unterwegs sind, ist es wichtig, solchen stressigen Zeiten Momente der Entspannung entgegenzusetzen und diese effektiv zu nutzen. Meditation, Entspannung und Körperstellungen aus dem Yoga helfen uns dabei, die vielen Informationen zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen.

Unser Tagesablauf im Yoga-Vidya-Ashram war sehr strukturiert. Wir hatten jeden Tag ein ähnliches Programm.

Der Tag begann morgens um 7.00 Uhr mit dem Satsang. Der Satsang hat eine bestimmte Reihenfolge: Zuerst werden Mantras gesungen, danach meditiert man 20 Minuten in der Stille oder nimmt an einer angeleiteten Meditation teil. Nach der Meditation wird das Mantra Jaya Ganesha gesungen, das davon handelt, Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Es soll zu einem guten Start in den Tag verhelfen. Im Anschluss daran wird meistens eine Geschichte aus einem der Bücher Sivanandas vorgelesen. Diese handeln von yogischen Weisheiten, sie vermitteln yogische Werte und ethisch korrektes Handeln. Jeder Satsang wird mit einer Lichtzeremonie (Arati) abgeschlossen.

Nach dem Satsang hörten wir uns jeden Tag den angebotenen Vortrag an. Dabei konnten wir u. a. unser Wissen über die Grundreihe der Körperpositionen (Asanas) im Yoga-Vidya-Stil erweitern. Wir haben außerdem viel über die yogische Ernährung gelernt und wissen nun, dass es in der yogischen Philosophie drei Eigenschaften der Natur (Sanskrit: Gunas) gibt, die demnach in jedem Wesen, also auch in jedem Nahrungsmittel, vorhanden sind.

Außerdem erhielten wir eine Einführung in die Meditation. Da Meditation auch eine wichtige Rolle in unserem Arbeitsalltag bei SZENE 2WEI einnimmt und wir mittwochs bei den Yogaeinheiten unseres Wohnprojekts – vielfältig, kreativ und nachhaltig regelmäßig meditieren, gelang es uns, diese Einführung gut nachzuvollziehen, mitzumachen und umzusetzen.

Eine Yogaeinheit am Tag war Pflichtprogramm der Fortbildung. Wir konnten uns aussuchen, ob wir diese Yogaeinheit morgens nach dem Vortrag um 9.30 Uhr oder nachmittags um 16.30 Uhr machen wollten.

Nach der Yogastunde konnten wir uns am vegetarischen/veganen Vollwertbuffet bedienen. In Ashrams wird nur zweimal am Tag, nach den Yogastunden, gegessen – morgens um 11.00 Uhr und abends um 18.00 Uhr. Zwischendurch konnte man sich an den Obstkörben bedienen. Nach dem Brunch hatten wir Zeit, um in der Küche oder anderweitig im Haushalt zu helfen. Ein solcher selbstloser (altruistischer) Dienst wird im Yoga Karmayoga genannt.

In Ashrams halten sich Menschen auf, die ihr Leben dem Yoga widmen und dort mehr über Yoga lernen wollen. Sie widmen sich täglich sechs Stunden dem Karmayoga und erhalten im Gegenzug Essen, Logis und oft ein kleines Taschengeld. Daher ist es erwünscht, dass man sie unterstützt.

Ab 14.00 Uhr gab es Workshops oder einen Ausflug der SZENE 2WEI. Oft haben wir diese Zeit genutzt, um die am Vortag behandelten Themen nochmals aufzuarbeiten, zu besprechen und aufzuschreiben. Durch diesen Austausch eigneten wir uns noch mehr Hintergrundwissen an. So lernten wir beispielsweise die Bedeutung einiger Wörter, auf die wir im Ashram stießen. Yoga und die dazugehörigen Begriffe sind Worte aus dem Sanskrit, der alten indischen Sprache: Ashram = yogisches Kloster, Asanas = Körperstellungen, Gunas = Eigenschaften der Natur.

In einem anderen Workshop behandelten wir das Thema Sitzpositionen beim Meditieren. Um der Meditation gute Voraussetzungen zu bieten, ist es wichtig, eine bequeme Sitzposition einzunehmen. Wir testeten verschiedene Sitzpositionen und Hilfsmittel aus, um unsere eigene zu finden.

Die Meditation im abendlichen Satsang bot uns noch einmal die Gelegenheit, den am Tag erworbenen Input zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen.

Während unserer Zeit im Ashram konnten wir an zwei besonderen Zeremonien teilnehmen. Die Puja, eine der Zeremonien, fand am Donnerstagabend nach dem Satsang statt. Wir feierten zum Gedenken Swami Sivanandas, der an diesem Tag, wie die Yogis sagen, seinen Körper verlassen hat. Bei einer Puja werden Mantras gesungen und es finden verschiedene Rituale statt, an denen man sich beteiligen darf.

Die andere Zeremonie, an der wir teilnahmen, heißt Yayna. Bei dieser handelt es sich um eine Feuerzeremonie, die 108 Stunden lang von Mantragesang begleitet wird. Das Feuer bei der Yayna soll reinigend wirken und uns helfen, Dinge loszulassen.

Wir konnten einiges mitnehmen und die Mantras klingen in uns nach. Bei unserer gemeinsamen Abschlussrunde am Sonntag vor der Fahrt wurde deutlich, dass uns allen die Fortbildung sehr gutgetan hat. Es wurden Wörter wie neue Eindrücke, Erfahrungen, Ruhe, Klarheit, Ausgeglichenheit und Gemeinschaft in Verbindung mit der Fortbildung genannt.

Wir wollen diese Befindlichkeiten, Eigenschaften und/oder neu erworbenen Fähigkeiten beibehalten. Beim gemeinsamen Brainstorming für diesen Bericht erkannten wir, dass einige von uns bereits Methoden des Yoga in ihren Alltag integriert haben: Wir versuchen, uns in Momenten der schlechten Laune zum positiven Denken zu bewegen und uns selbst durch positives Denken aus solchen Situationen herauszuholen. Manche von uns berichteten, dass sie sich in hektischen Momenten daran erinnerten, ein paar Mal tief aus- und einzuatmen. Atemübungen, selbst wenn sie nur einige Atemzüge lang andauern, verhelfen uns auch im Arbeitsleben dazu, einen klaren Kopf zu bekommen und Müdigkeit zu bewältigen. Auch Asanas haben diesen Effekt. Man kann beobachten, wie ein paar von uns dem Körper zwischendurch, wenn er danach verlangt, eine Asana gönnen.

Die wohltuende yogische Ernährung entspricht der gesunden und bewussten Ernährung unserer Wohngemeinschaft.  Manch einer von uns stellte seine Ernährung, beeinflusst durch die Fortbildung, auf eine  vegetarische um. Die Yogafortbildung inspirierte uns und schwingt in unserem Alltag weiter.

Yoga ist durch die Fortbildung zu einem noch tiefergreifenden Bestandteil unseres Lebens geworden, sei es privat oder beruflich.

 

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Von Jörg Beese sagt:

    Hallo Zusammen ich bin sehr Tief Gerührt und sehr Berührende Worte Was Wir Aktionen und in Blog zu Stellen Sehr Berührendes Vortbildungen Des Herzens und zur Vordernd zu werden und ich habe und ich Kann auf euch Stolz seien was iht Viel Herzblut Reihnbringt und ich auch. Was mache ich Ohne euch Das ich euch Nicht Hätte?? Ihr Bleibt Für immer und ewig eine Tolle Wg zu hause zu haben. Wir sehen uns wieder Euer Lieblings Jörg

    Gefällt mir

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